IAT

Institut für Allgemeine Theorie / Institute of General Theory 

Schloss Solitude
Donnerstag, 19.02.26


Treffen am Rotebühlplatz / Stadtmitte
Bus 92 (nicht verpassen, fährt nur alle 30 min.)

Erbaut im 18. Jahrhundert unter
Herzog Carl Eugen, war Solitude Rückzugsort, Repräsentationsarchitektur und Denkraum zugleich.


Carl Eugen förderte nicht nur höfische Pracht, sondern auch Bildung und Forschung. In seiner Zeit entstanden Impulse, die Kunst, Technik und Naturwissenschaft miteinander verknüpften. Die Solitude wurde so zum Ort des Austauschs zwischen Disziplinen, lange bevor man das Wort Interdisziplinarität liebte.


Ringsum stehen heute Mammutbäume, stille Zeitzeugen globaler Neugier. Diese aus Nordamerika stammenden Riesen wurden im 19. Jahrhundert in Württemberg gepflanzt und erzählen von botanischer Forschung, Fernweh und wissenschaftlichem Entdeckergeist.


Schloss Solitude ist damit mehr als ein barockes Ensemble. Es ist eine Bühne, auf der sich Kunst und Wissenschaft begegnen. Architektur als Theorie im Raum. Natur als offenes Archiv. Und über allem ein weiter Blick, der Denken möglich macht.

Sequoia,
Mammutbaum


Warum stehen in und um Stuttgart so viele Sequoias? 🌲

Im 19. Jahrhundert lösten Mammutbäume in Europa eine Art botanisches Staunen aus. 1853 wurden sie in Kalifornien wissenschaftlich beschrieben, kurz darauf wollten Fürstenhäuser und botanische Gärten sie unbedingt besitzen. Auch das Königreich Württemberg griff zu.


Unter Wilhelm I. von Württemberg und späteren Generationen wurden Samen der Riesenmammutbäume gezielt angezogen und verteilt. Die Region um Stuttgart galt als klimatisch geeignet, mild genug, um diese kalifornischen Giganten zu testen. Und man testete nicht zaghaft, sondern ambitioniert.


Hinzu kam die forstliche Forschung in Hohenheim. Dort untersuchte man, ob Mammutbäume wirtschaftlich nutzbar wären. Sie wurden also nicht nur gepflanzt, weil sie spektakulär aussehen, sondern auch als wissenschaftliches Experiment.


Das Ergebnis: Baden-Württemberg besitzt heute eine der größten Sequoia-Populationen außerhalb Nordamerikas. Besonders viele stehen im Raum Stuttgart, in Parks, Schlossanlagen und Wäldern.

Akademie Schloss Solitude


Die Akademie Schloss Solitude ist ein internationaler Ort für Kunst, Wissenschaft und interdisziplinären Austausch. Seit 1990 vergibt sie Stipendien an Künstler*innen, Wissenschaftler*innen und Kulturschaffende aus aller Welt und bietet ihnen Raum zum Arbeiten, Forschen und Denken.


In unmittelbarer Nähe zum barocken Schloss gelegen, verbindet die Akademie historische Architektur mit zeitgenössischer Praxis. Hier entstehen Filme, Texte, Kompositionen, Theorien, Entwürfe und Projekte, die oft an den Schnittstellen zwischen Disziplinen arbeiten.


Solitude ist damit weniger Institution im klassischen Sinn als vielmehr ein Denkraum mit Weitblick. Ein Ort, an dem konzentriertes Arbeiten möglich wird und neue Verbindungen zwischen Kunst und Wissenschaft entstehen.

Platform 12, Videoarchiv

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